Der Legende nach hat die junge Kaiserin Lei Zu die Seidenraupen im 3. Jahrtausend v.Chr. entdeckt. Aber trotz aller Bemühungen der chinesischen Kaiser blieb sie nicht lange auf das Land der Drachen beschränkt. Und auch in diesem Fall war ihre „Flucht“ Verdienst einer jungen Adelsdame.

Die chinesischen Legenden zur Ausfuhr der Seide

Über die Betroffene wird in den chinesischen Erzählungen nur überliefert, dass es sich um eine Prinzessin handelte, die wahrscheinlich um das 5. Jahrhundert v.Chr. lebte und dem Prinzen des Königreichs von Khotan – eine der Etappen der Seidenstraße, die heute zur chinesischen Region Xinjiang gehört – als Braut versprochen war.

Als sie aber ihre Heimat verlassen sollte, um sich mit ihrem Verlobten zu vereinen, stand die Prinzessin vor einem Problem. Sie liebte die Seide und wollte sich nicht davon trennen, aber in China galt ein Ausfuhrverbot der Seidenraupen und ihrer Zucht, da diese Ressourcen die Nation reich gemacht hatten. Und im Reich von Khotan gab es weit und breit keine Seidenproduktion.

Die Prinzessin brauchte einen Trick. Oder noch besser, hochgesteckte Haare.

So gelang es ihr, den nötigen Bedarf für die Seidenraupenzucht – das heißt Maulbeersamen und Seidenraupen – in ihrer Brautfrisur zu verbergen, die kein Wächter zu berühren gewagt hätte. Und so gelangte die Seidenraupenzucht über die Grenzen Chinas hinaus.

Von China bis in den Rest der Welt: Die Verbreitung der Seidenproduktion

Auch in dieser Legende steckt ein Stück Wahrheit, denn China wahrte das Geheimnis der Seidenproduktion tatsächlich Jahrtausende lang. Aber trotz der kaiserlichen Verbote konnte die Seidenraupenzucht zuerst nach Indien – und wahrscheinlich ausgerechnet in das Khotan aus der Legende – und dann nach Japan und Korea und schließlich nach Europa gelangen.

In den Okzident gelangten die Raupen allerdings erst in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v.Chr. dank zweier von Kaiser Justinian entsandter Mönche. Die Seidenproduktion verbreitete sich zuerst in Konstantinopel, dann in Griechenland und schließlich in Italien, wo sie bereits 1036 in der Provinz Avellino nachgewiesen wurde. Und von Italien aus verbreiteten sich die Raupen in den restlichen europäischen Ländern.

Subscribe To Our Newsletter

Subscribe To Our Newsletter

Join our mailing list to receive the latest news and updates from Tessitura Bevilacqua Venezia.

You have Successfully Subscribed!